Greenkeeper Verband

Deutschland e.V.

26. GVD-Jahrestagung in Niedernhausen

Leitthema: "Wenn die Golfanlage in die Jahre kommt - Strategien für Gewässer und Grüns"

 

Déjà-vu in Niedernhausen

 

„Ja is‘ denn scho wieder Jahrestagung“, mag sich so manches Mitglied des Greenkeeper Verbandes Deutschland (GVD) gedacht haben, als es kurz nach der Jubiläumstagung in Potsdam (26.-28.10.2017) eine Einladung für die 2018er Veranstaltung am 19./20. Februar in Niedernhausen erhielt. Und, schon wieder Niedernhausen? Wurde da nicht erst 2016 getagt? Beide Male richtig, wurde doch in der Mitgliederversammlung 2017 beschlossen, das GVD-Geschäftsjahr an das Kalenderjahr anzupassen und zugleich auch das Tagungssystem umzustellen. So werden künftig die Frühjahrstagung in Fulda und die bislang immer im Herbst stattfindende Jahrestagung zusammengelegt, erstmalig jetzt im Februar 2018 – und dann auch wieder in Niedernhausen, wo nach dem Mitglieder-Beschluss kurzfristig Tagungsmöglichkeiten gefunden wurden.

 

Viel Zeit blieb dem Verband mit seiner Geschäftsstelle um Christina Seufert und Elisabeth Bließen nicht, wieder eine komplette Tagung zu organisieren. Inhaltlich konnten Sie erneut Beate Licht gewinnen, die bereits 2017 ein tolles Veranstaltungsprogramm zusammengestellt hatte.

 

Die größte Sorge war sicherlich, ob diese Tagung so kurz nach der letzten auch von den in der Rasenpflege Beschäftigten angenommen würde. Doch mit über 220 Teilnehmern war diese Sorge unbegründet und so konnte GVD-Präsident Gert Schulte-Bunert nach dem Ausscheiden von Hubert Kleiner aus diesem Amt, „seine“ komplette erste Tagung einläuten. Wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Moderator Dr. Michael Schlosser musste anschließend Beate Licht selbst durch ihr ausgewogenes und deutlich praxisorientierteres Tagungsprogramm führen – wie sich herausstellte, sehr souverän, so belegten die ausgewerteten Evaluationsbögen nach der Tagung.

 

Seminartag 1 – geprägt durch Fachvorträge zum Thema Golfplatzteiche

 

Das Leitthema der Gesamt-Veranstaltung lautete: „Wenn die Golfanlage in die Jahre kommt – Strategien für Gewässer und Grüns“. Den Auftakt als Referent des ersten Seminartages, dessen Schwerpunktthema „Wege zum ökologisch stabilen Golfplatzteich“ lautete, machte Andreas Klapproth (Leiter DGV-AK Bewässerung). Der Ingenieur und Bauleiter im Bereich Freianlagen- und Landschaftsgestaltung, Golf- und Sportplatzplanung und Bauleitung erläuterte in seinem Vortrag die aus seiner Sicht derzeit auf Golfanlagen auftretenden Probleme bei Teichen und ihre Ursachen. Sein Fazit: „Es gibt keine allgemeine Lösung, Teichanlagen müssten individuell geplant werden und benötigten dann auf die jeweilige Anlage abgestimmte Pflegepläne.“

 

Beleuchtete der erste Vortrag die Golfplatzteiche noch vorrangig aus bautechnischer Sicht, widmete sich Karsten Silberbach (Gewässerwart Sportfischer Verein Kaarst) dem „ökologisch stabilen Golfplatzteich – eine nachhaltige Verbesserung“. Ehrenamtlich betreut der passionierte Sportfischer die insgesamt 14 Teiche der Golfanlage Rittergut Birkhof und zeigte auf, dass es heute ganz ohne Nährstoffentnahme, ohne Tier- und Pflanzenkontrolle nicht gehe. Auch sei sehr genau darauf zu achten, welche Fische und Pflanzen eingesetzt würden. Wie Klapproth zuvor warb er dafür, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und regionalen, einheimischen Pflanzen und Tieren bei Planung und Neubau von Teichanlagen den Vorrang zu geben.

 

Mit einem – auch in TV und Presse beachteten – Best Practice-Beispiel ergänzte Stefan Montabon

(HGK GC Siegen-Olpe) den Themenblock und berichtete von einem auf seiner Anlage durchgeführten Edelkrebsprojekt, bei dem europäische Edelkrebse im Rahmen eines „Golf&Natur“-Projektes ausgewildert wurden.

 

Marc Biber (Ltg. Umwelt und Platzpflege, DGV) stellte in seinem abschließenden Vortrag des ersten Tages dar, wie Wasserhindernisse Golfregel-konform gekennzeichnet werden. Mit dem neuen Regelzyklus 2019 kommen hier wohl Änderungen, die unter Umständen beitragen könnten, wertvolle Vegetation noch mehr zu schützen. Sein Credo: „Regeln kennen, schafft Kompetenz.“ Gerade mit den geplanten Änderungen könne nicht zuletzt das Greenkeeping dazu beitragen, das allerorten kritisierte langsame Spieltempo durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen.

 

 

Mitgliederversammlung mit Ehrungen

 

Die Mitgliederversammlung am Abend verlief angesichts der erst kurz zurückliegenden Tagung recht zügig, auf die Vorstands- und Geschäftsstellenberichte soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Hervorgehoben werden soll, dass im Rahmen der Mitgliederversammlung mit Ingo Schacky, Frank Schäfer, Michael Kurth, Hubert Kleiner und Gert Schulte-Bunert die ersten

GVD-Mitglieder mit dem Titel „Certified (Head-) Greenkeeper GVD (2018)“ in Silber ausgezeichnet wurden. Hubert Kleiner durfte dann gleich noch einmal auf das Podium, um für seine langjährigen Verdienste als GVD-Präsident die Ernennung zum Ehrenmitglied in Form einer Urkunde entgegenzunehmen.

 

Ganz ohne sonst übliches Dinner und Abendprogramm klang der informative erste Veranstaltungstag bei einem gemeinsamen Mahl und an der Bar aus.

 

Seminartag 2 – die Praktiker kommen zu Wort

 

Der zweite Seminartag war nach der Eröffnung durch GVD-Präsident Gert Schulte-Bunert nahezu komplett den Praktikern vorbehalten.

 

Zunächst führte der neue „Rasen-Professor“ an der Hochschule Osnabrück (s. auch nachfolgendes Interview), Prof. Dr. Wolfgang Prämaßing, in das Schwerpunktthema des Tages ein: „Grüns kommen in die Jahre – Probleme und ihre Ursachen“. Geballtes DEULA-Fachwissen wurde den Teilnehmern anschaulich dargeboten, bevor einige interessante Best-Practice-Beispiele von GVD-Mitgliedern vorgestellt wurden: Dem Drill&Fill-Verfahren widmeten sich Christian Steinhauser (HGK GC St. Dionys) und Andreas Stegmann (HGK GC Rheinhessen Hofgut Wißberg St. Johann), mit der Kies-Schlitzdrainage beschäftigten sich Joachim Matera (HGK Essener GC Haus Oefte) und Roland Liermann (HGK GC Essen-Heidhausen), seine Erfahrungen mit den Drainbelts, also Dränagebändern in den Grüns, erläuterte Florian Clute (HGK Sommerfeld AG, GC Sauerland).

 

Nach der Mittagspause und den immer wieder für Fachgespräche eingestreuten Networking-Breaks mit den Industrievertretern der Fachausstellung referierten Gert Schulte-Bunert (HGK GC Weselerwald) sowie Sascha Baumann (HGK GC Darmstadt Traisa) zu Sand-Injektionen, einen abschließenden, spannenden Vortrag zum Soden-Projekt als Alternative zur klassischen Pflege übernahm Sebastian Schultz (HGK Gut Kaden G&LC). Spannend waren insbesondere die engagierten Diskussionsrunden nach den einzelnen Themenblöcken am zweiten Seminartag, in denen auch Prof. Prämaßing und Beate Licht neben den Referenten für Fragen zur Verfügung standen.

 

Fazit: Eine gelungene Tagung des neuen Präsidenten und Vorstands.

 

Die 27. GVD-Jahrestagung findet am 20.-22. Februar 2019 im TREFF Hotel Panorama Oberhof statt – bitte jetzt schon vormerken, es lohnt sich!

 

Stefan Vogel


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