Greenkeeper Verband

Deutschland e.V.

Bericht des GVD-Mitte e.V. zur Herbsttagung vom 19.11.2019

Bericht des GVD-Mitte e.V. zur Herbsttagung vom 19.11.2019

Die Tagung startete um 8:30 Uhr mit dem Eintreffen der Teilnehmer und einem gemeinsamen Frühstück im Attighof Golfclub e.V.

Um 10:00 Uhr erfolgte die Begrüßung durch den Präsidenten des GVD-Mitte e.V. Sascha Baumann, dieser erklärte auch den Ablauf der Tagung. Dann übergab er das Wort, an Herrn Bachor, Präsident und Betreiber des Golfclubs Attighof. Er bedankte sich stellvertretend für alle Golfplatze für die gute Arbeit der Greenkeeper und wünschte uns eine guten Tagungsverlauf.

Die Tagung widmete sich dem Thema: Arbeitsbedingungen in der Golfplatzpflege.

Hier noch einmal das Anschreiben des 1. Vorsitzenden zu diesem Thema:

Liebe Mitglieder,

der Duft von frisch gemähtem Gras, perfekt „gelaserte“ Mähspuren, frisch gerechte Bunker, schnelle treue Grüns - im Grunde der perfekte Golfplatz. Dafür lieben wir unseren Beruf und üben ihn mit voller Hingabe aus. Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille: im Sommer fast rund um die Uhr Arbeitszeiten zu teilweise schlechten Bedingungen.

Wir, der Vorstand, haben uns gefragt wie man unter solchen Bedingungen unseren Beruf für Neueinsteiger attraktiv machen kann. Wie können wir unser geschultes Fachpersonal langfristig halten, denn die Industrie/ Kommunen mit geregelten Arbeitszeiten sind lukrative Alternativen.

Die Hingabe und die Inspiration hat man – oder nicht, darauf können wir keinen Einfluss nehmen. Deswegen haben wir uns entschieden, die Herbsttagung am 19.11.2019 mit dem Thema: „Arbeitsbedingungen in der Golfplatzpflege“ zu veranstalten.

Da das Thema sehr komplex ist, haben wir den Fokus auf die Themen Arbeitsgesundheit, Ausgleich von Überstunden und die rechtlichen Grundlagen aus dem Arbeitsrecht gelegt. Im Anschluss an die Vorträge stehen alle Referenten für Fragen und zur Diskussion zu Verfügung.

Kommt zahlreich und bringt eure Erfahrungen zu den Themen ein und nehmt neue Ansätze mit nach Hause. Ich freue mich auf euer kommen.

Für den Vorstand

1. Vorsitzender Sascha Baumann

 

Den Anfang machte um 10:10 Uhr Herr Marc Biber vom DGV, mit dem ersten Vortrag:

“Arbeitssituationen in deutschen Greenkeeping (Zahlen aus dem DGV Betriebsvergleich).“

Herr Biber präsentierte das DGV Leitbild und Handlungsrahmen. Welche Mission und welche Ziele dieser hat. Er zeigte einige Artikel aus der SZ von Greenkeeper-Meinungen, warum es Nachwuchsprobleme gibt. Wo es unter anderem um frühes Aufstehen, Wochenendarbeit und ihren Sommer zu “opfern“ ging. Es wurden Zahlen, Daten und Fakten aus dem Greenkeeping (DGV-Betriebsvergleich 2018) bekannt gegeben. Hier ging hervor, das eine 9 Loch Anlage 3,8 Mitarbeiter, 18 Loch Anlage 6,6 Mitarbeiter und 27 Loch Anlage 8,7 Mitarbeiter im Durchschnitt in der Platzpflege beschäftigt werden. Leider nehmen bei diesem Betriebsvergleich nur aktuell 87 Anlagen teil. Aufruf an alle Plätze, MITMACHEN. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika gibt es einen Fachkräftemangel im Greenkeeping. Welche möglichen Schritte gibt es, den Fachkräftemangel zu entgegnen. Beispiel: Detaillierte Umfragen, Ergebnisse im Vorstand besprechen, möglicherweise Fragestellung im Kreis der Initiative “Wir bewegen Golf“.

Als zweite Referentin um 11:30 folgte Frau Beate Hegemann von der SVLFG mit dem Thema:

“Gesundheit im Blick“

Die SVLFG ist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Frau Hegemann berichtete über Verhältnisprävention: Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch technische und organisatorische Maßnahmen und Verhaltensprävention: sicherheitsförderliche Arbeits- und Verhaltensweisen. Dafür gibt es eine Maßnahmenhierachie: Gefahrenquellen vermeiden/beseitigen, sicherheitstechnische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen, Nutzung persönlicher Schutzausrüstung, verhaltensbezogene Sicherheitsmaßnahmen. Die 3 häufigsten Krankheiten die bei Arbeitnehmer auftreten, sind: Die Haut, der Rücken und die Psyche. Hier einige Beispiele: bei der Haut immer auf Sonnenschutz achten, richtige Kleidung, Hut oder die Sonnencreme benutzen. Beim Rücken Haltungsbewusstsein fördern, Bewegungsförderung im Betrieb anregen und richtig angelegte Tragegurte verwenden. Die Psyche: Persönliche Lebensumstände, wie familiäre Doppelbelastungen oder Arbeitsbedingungen des Arbeitsplatzes mit den sozialen Beziehungen tragen dazu bei, dass sich der Arbeitnehmer überfordert fühlt. Wie bekommt man ein gutes Betriebsklima hin? Arbeitszufriedenheit, Arbeitsengagement, Arbeitsfähigkeit, Sicherheitsverhalten und Sicherheitsperformance. Hier 2 Links wo man sich über diese Dinge Informieren kann. www.svlfg.de und www.kommmitmensch.de zudem ein Film der Firma Benning als Beispiel www.kommmitmensch.de/kommmitmenschen/benning-landschaftsbau/.

Herr Dr. Jur. Michel Lenzen startet um 12:30 mit seinem Vortrag über das Thema:

“Rechtliche Grundlagen für den Arbeitnehmer“

Mit der Einleitung, dass es das Kostenargument, die Arbeiter sind zu teuer, schon immer gab, eröffnet er seinen Vortrag. So wurde die Kinderarbeit erst um 1900 abgeschafft, da die Industrie damit drohte, wir bekommen sonst keine günstigen Arbeiter mehr. Er fuhr fort, mit den Grundlagen eines Arbeitsvertrages. Dazu gehören 1. Form des Arbeitsvertrages, 2. Arbeitszeit bei Vollzeit, 3. Befristung, 4. Teilzeit, 5. Urlaub, 6. Haftung, 7. Rückzahlung von Fortbildungskosten. Hier nur ein paar Auszüge der Punkte: Die Form des Arbeitsvertrages: zu den wesentlichen Punkten gehören, Name der Vertragsparteien, Beginn des Arbeitsverhältnisses, Arbeitsort, Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit, Arbeitsentgelt, Arbeitszeit, Erholungsurlaub und Kündigungsfristen. Die Arbeitszeit bei Vollzeit: An Sonn und Feiertagen darf nicht gearbeitet werden, Ausnahme wenn die Arbeit am Sonntag notwendig ist, wie bei Golfplätzen. Der Urlaub: der Urlaubsanspruch kann zwar nach wie vor am 31.12. verfallen. Vorrausetzung ist aber, dass der AG den AN zuvor aufs deutlichste auf den Verfall hinweist und ihn auffordert den Urlaub zu nehmen. Diese Bedingungen gelten nur für den gesetzlichen Mindesturlaub. Die Rückzahlung von Fortbildungskosten: Der AN kann nur eine bestimmte Zeit an den Betrieb gebunden werden.

Faustformel aus der Rechtsprechung.

Fortbildungsdauer – Zulässige Bindungsdauer

bis zu 1 Monat bis zu 6 Monaten /

bis zu 2 Monate bis zu 12 Monaten /

bis zu 3 bis 4 Monate bis zu 2 Jahre /

bis zu 6 Monaten bis zu 1 Jahr, nicht länger als 3 Jahre /

mehr als 2 Jahre bis zu 5 Jahren /

So langsam knurrten die Mägen und um 13:30 stand das Mittagessen bereit. In den Pausen konnten die Teilnehmer sich an den Ständen der Industrie neue Anregungen holen oder sich die Maschinen der Firma Weimer und Aqua Terra anschauen.

Nach dem Mittagessen um 14:30 Uhr startete Herr Michel Beck von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Thema:

“Beschaffung von Arbeitskräften im Greenkeeping“

Herr Beck stellte einige Statistiken, über den Arbeitsmarkt vor Von Arbeitslosen bis Beschäftigte im Bereich Gartenbau. Zudem stellte er das Dienstleistungsangebot der Bundesagentur für Arbeit dar: Aufnahme und Betreuung des erteilten Stellenangebotes, Durchführung von Gruppeninformationen gemeinsam mit Arbeitgebern und Bewerbern, Förderung von Maßnahmen bei einem Arbeitgeber („Praktikum“), Förderung der Beschäftigungsaufnahme mit Eingliederungszuschüssen und Finanzierung einer Qualifizierung (auch abschlussorientiert) im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes. Es gibt ein sogenanntes Qualifizierungschancengesetz – QCG, mit dem die Weiterbildung gestärkt und für Beschäftigte und Arbeitgeber attraktiver gestaltet werden kann. Bei diesem Programm gibt es die Möglichkeit der 100% Kostenübernahme der Lehrgangsgebühren. Besteht Interesse an einer Beratung zur Weiterbildungsförderung dann nehmen sie, über die gebührenfreie Hotline 0800 4555520 oder oder www.arbeitsagentur.de/unternehmen Kontakt auf.

In der folgenden Diskussionsrunde wurden die vielen Fragen, die während der Vorträge aufkamen aufgegriffen oder neue Fragen, die den Greenkeepern auf dem Herzen lagen, lange und rege diskutiert. Es wurde sich ausgetauscht, gekontert und neue Erkenntnisse aufgenommen. Die Problematik neues Personal im Greenkeeping zu finden, ist nicht nur ein hausgemachtes Problem. Der GVD, DGV und auch der GMVD wissen um die Problematik neues Personal zu finden, und haben die Thematik auf ihrer Tagesordnung. Der Vorstand des GVD-Mitte e.V. wird im Austausch mit den genannten Verbänden die Entwicklung im Auge behalten und den Mitgliedern Bericht erstatten. Fazit der Diskussion war, dass nicht nur die Verbände zuständig, bessere Bedingungen zu schaffen um Arbeitskräfte zu finden, sondern auch jeder Greenkeeper auf seiner Anlage seinen Teil dazu beitragen sollte, den Arbeitsplatz „Greenkeeping“ interessant zu machen. Der Vorstand des GVD-Mitte nimmt sich diese Aufforderung zu Herzen und wir die nächste Veranstaltung, aufbauend auf dieser Veranstaltung, dem Thema „Mitarbeiterführung mit Selbst- und Personalmanagement“ widmen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei dem Attighof Golf Club e.V., dass wir Gäste auf Ihrer Anlage sein durften. Bei der Gastronomie, die uns vom Frühstück, über das Mittagessen und den Nachtisch in bester Qualität verpflegt hatte, sowie bei allen 47 Mitgliedern und Sponsoren.

Klaus von Seelen Schriftführer GVD-Mitte e.V.

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