Greenkeeper Verband

Deutschland e.V.

Ottobeuren – es war eine Reise wert!

 

Vor der historischen Kulisse der Barokbasilika liess es sich hervorragend tagen. Der Hirschsaal im Hotel Hirsch, mit einer imposanten Deckenmalerei, bot einen hellen und großzügigen Raum für die zweitätige Herbsttagung.

 

Mit Golfregeln für das Greenkeeping starteten wir in einen sehr kurzweiligen ersten Tag. Herr Michael Then und Herr Frank Thiersch vom BGV gaben uns einen sehr interessanten Einblick und Überblick über das Zusammenspiel von Greenkeeping und Spielbetrieb. Mit vielen Beispielen aus der Praxis konnte die eher trockene Regelkunde sehr lebhaft vermittelt werden und wie immer hätten wir noch lange weiter diskutieren können. Der Stellenwert des Greenkeepings wurde von Herrn Then expliziert hervorgehoben, gerade dann, wenn es um Entscheidungen bezüglich der Bespielbarkeit eines Platzes geht. „Hier muss die Meinung des Greenkeepings Vorrang vor Spielleitungswünschen haben!!!!!!“, so Herr Then.

 

Dass Greenkeeper nicht nur Rasen schneiden, sondern eine ganze Vielfalt an Aufgaben und Projekten auf der Golfanlage übernehmen, von denen Mensch und Natur stark profitieren zeigte der schwungvolle  Vortrag von Manfred Beer über „Naturraum Golfplatz – das ornithologische Projekt im  GC Isarwinkel“. Mit viel Herzblut hat er sich den verschiedenen Vogelarten auf der Golfanlage gewidmet und ihnen selbstgebaute Nistkästen zur Verfügung gestellt. Doch mit dem Bau alleine ist es nicht getan, jede Vogelart benötigt einen an Ihre Bedürfnisse angepassten Kasten, welcher vor allem auch an für die Tiere günstigen Standorten befestigt werden müssen. Der Platz direkt vor dem eigenen Fenster ist hier nicht immer ideal.  Vom Bau über die Pflege und Bestandserhebung vor und nach der Brutzeit hat er akribisch Buch geführt und zeigt damit dass es sich lohnt hier aktiv zu werden.

 

Zu Beginn des zweiten Seminartages brachte uns unsere Geschäftsstellenleiterin Frau Seufert aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Geschäftsstelle näher. Des Weiteren erläuterte sie Ergebnisse aus der Mitgliederversammlung, die kürzlich in Potsdam im Zuge der Jahrestagung stattfand. Dabei stand sicherlich die Wahl des neuen geschäftsführenden Vorstands und das neue Tagungskonzept im Vordergrund.

 

Im Anschluss führte uns Frau Pogner von der AIT GmbH in die Geheimnisse der Mikroben ein. Neben den Grundlagen  und Unterschieden von Bakterien und Mikroorganismen ermöglichte sie uns einen sehr interessanten Einblick in die Forschung. Die in der Natur bereits vorkommenden Protagonisten und Antagonisten gilt es gezielt zu finden und deren Wirkung und Interaktion zu erforschen. Ein ganz wichtiger Ansatz für die Zukunft, im Zuge der Gesunderhaltung unserer Pflanzen und vielleicht eine Alternative zum chemischen Pflanzenschutz. Doch es ist ein sehr langer und kostenintensiver Weg.

 

Einen wunderbaren Einblick in das Greenkeeping im Zuge der Vorbereitung und Durchführung von Großveranstaltungen gaben uns Hans Ruhdorfer (GC Wörthsee) und Florian Gerleigner (Hartl Resort). Geht nicht gibt es nicht, auch wenn Hochwasser oder Stürme den Platz über Nacht verwüsten. Manpower und ein ausgeklügeltes Zeitmanagement machen es möglich Großveranstaltungen zu bewältigen. Ausgerüstet mit Stirnlampen und gut beleuchteten Fahrzeugen heißt es dann ganz früh und bis spät in den Abend hinein Pflegen was geht, um die entsprechenden Tourstandarts zu erfüllen.

 

Mit seinem Vortag über die „Stomata-Gruppe“ mit der Disturbance-Theorie zeichnete Andrew Foyle einen Ansatz im Greenkeeping auf, welcher aus den Ursprüngen der Platzpflege her rührt. Aus einer Zeit, in der noch nicht die Vielzahl an Spezialmaschinen zur Verfügung standen, wie wir es heute kennen.

Im Zeitalter der Technisierung, und des immer besser und besser sein Müssens, kann es unter Umständen mehr Stress für die Pflanzen bedeuten.  Er selbst und einige Mitstreiter haben die Möglichkeit, die Theorie des „in Ruhe lassens“  auf Ihren Anlagen umzusetzen. Mit „Keep off the Green“ war in diesem Kontext der Greenkeeper gemeint.  Das bedeutet nicht, dass die Greenkeeper nun nichts mehr zu tun haben, nein, es ist eine andere Herangehensweise um die Gesundheit der Gräser zu stärken. Mit anderen Grasarten der Gabe weniger Nährstoffen und einer dadurch reduzierten Schnittfrequenz, sowie der sehr zurückhaltenden Bodenbearbeitung etablieren sich über einen längeren Zeitraum hinweg stabilere und gesündere Gräser. Gewisse Krankheiten haben weniger Chancen und damit ist der Einsatz von PSM ebenfalls geringer. Natürlich funktioniert dies nicht auf jedem Platz, denn die Standortfaktoren lassen dies nicht immer zu und vor allem das optisch eher graugrüne Gras sorgt für wenig Akzeptanz bei den Golfspielern, die einen grünen Platz wünschen. Doch auch hier ist für die Zukunft ein Umdenken notwendig! 

 

Obwohl es in manchen Regionen Bayerns bereits geschneit hatte, konnten wir in Ottobeuren noch bei strahlendem Sonnenschein den GCV besichtigen. Hier wurde in den vergangen Jahren viel investiert und neben einen neuen und modernen Maschinenhalle vielen vor allem die Projekte im Rahmen von Golf und Natur ins Auge. Eine kürzlich angelegte Streuobstwiese direkt am Wanderwerg durch den Golfplatz zog hier alle Blicke auf sich. Bei hausgemachten Kuchen in der Clubgastronomie klang eine sehr informative Tagung aus.

 

Vielen Dank an die Greenkeeper und Vertreter der Industrie für die rege Teilnahme an unserer Herbsttagung. Durch das Engagement der anwesenden Firmen, die unsere diesjährige Herbsttagung  finanziell unterstützten, konnten wir ein interessantes Programm anbieten.

 

Anka Rothacker

Schriftführerin

Gold Partner

Baroness-Golf Deutschland
COMPO EXPERT GmbH
Deutscher Golfverband
EUROGREEN GmbH
ICL Specialty Fertilizers
iNova Green GmbH
John Deere Vertrieb
KBV Effertz
Koellen Druck- und Verlag GmbH
TORO Europe nv, Golf Vertrieb Deutschland

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