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Aktuelle Mitteilung:

 

Leitlinie zum integrierten Pflanzenschutz

 

(vom 16.05.2012)

Der integrierte Pflanzenschutz (IPS) gilt als Leitbild des praktischen Pflanzenschutzes. Er umfasst Systeme, in denen alle wirtschaftlich und ökologisch geeigneten Verfahren in möglichst guter Abstimmung verwendet werden, um Schadorganismen unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten, wobei die bewusste Ausnutzung natürlicher Begrenzungsfaktoren im Vordergrund steht. Diese Definition aus dem Online-Lexikon WIKIPEDIA lässt sich ganz gut auch in der Golfplatzpflege anwenden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass erfolgreiches Risikomanagement für Mensch und Umwelt an Bedeutung gewinnt, und stabile, gesunde Pflanzenbestände die Voraussetzung für ausgezeichnete Funktionsflächen sind.

Der integrierte Pflanzenschutz war schon Bestandteil des „alten“ Pflanzenschutzgesetzes und findet sich im novellierten Gesetz nun unter §3 wieder: „Pflanzenschutz darf nur nach guter fachlicher Praxis durchgeführt werden“. Parallel dazu erhält der IPS durch die Umsetzung der Richtlinie 2009/128/EG (Artikel 14) einen verbindlicheren Charakter. Hier heißt es, "die Mitgliedstaaten schaffen geeignete Anreize, um die beruflichen Verwender zur freiwilligen Umsetzung von kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz zu veranlassen“. Vorgesehen ist, dass Organisationen, wie beispielsweise Sport- oder Fachverbände, also auch der GVD, entsprechende Leitlinien aufstellen. Weiter steht in der Richtlinie: „Die Mitgliedstaaten nehmen in ihren nationalen Aktionsplänen auf die ihrer Ansicht nach maßgeblichen und geeigneten Leitlinien Bezug."
Der Arbeitskreis-Pflanzenschutz hat diese IPS-Leitlinien für die Golfplatzpflege erarbeitet und verbandsübergreifend abgestimmt. Diese Leitlinien stellen eine freiwillige Verpflichtung zu einem sorgfältigen und umweltschonenden Arbeiten dar. Fachlich versierte Head-Greenkeeper setzen die Inhalte schon seit Jahren zu ihrem eigenen Nutzen um.

Das Besondere an den Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz für die Golfplatzpflege ist: Rasen zählt nun zu den ersten Kulturen die diese IPS-Leitlinien entwickelt haben. Ende 2011 wurden diese Leitlinien im Zuge des National Aktionsplanes der Bundesforschungseinrichtung Julius Kühn-Institut (JKI) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zur Prüfung vorgelegt. BVL und JKI sind zu dem Schluss gekommen, dass die Leitlinien angemessen und relevant sind. Somit haben wir von behördlicher Seite eine Bestätigung, für ausgezeichnete theoretische Grundlagen. Wir würden uns freuen, zu sehen, dass sie in der Praxis umgesehen und gelebt werden.


Autor: Beate Licht, Marc Biber und Hartmut Schneider
E-Mail: biber@greenkeeperverband.de

 

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